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Begleitforschung zu "Erlebnis Netz[werk]e"

Die interaktive Ausstellung "Erlebnis Netz[werk]e" war von 2007 - 2010 auf Tour durch Österreich und begeisterte an die 80.000 BesucherInnen. Die Begleitforschung zu "Erlebnis Netz[werk]e" analysierte, ob und wie die Lehrkräfte die Ausstellung für den eigenen Unterricht verwendeten und ob und wie sie Science-Center-Angebote schätzten und nutzten.

Die Initiates file downloadStudie "Begleitforschung zur Ausstellung ,Erlebnis Netz(werk)e' am Standort Wien" hatte als Zielsetzung, die interaktive Wanderausstellung "Erlebnis Netz(werk)e" am Standort Ringturm Wien aus der Perspektive der Lehrkräfte zu beleuchten. Dies bot dem Verein ScienceCenter-Netzwerk die Gelegenheit, die Bedeutung von "Erlebnis Netz[werk]e" für Schulen zu erheben und zu untersuchen, wie Lehrkräfte wissenschaftliche Angebote in Form von Science-Center-Aktivitäten nutzen, und wie sie die Verknüpfung zum Bildungswesen sehen.

In einem quantitativen Evaluierungsteil wurden zunächst Fragebögen an die Lehrkräfte ausgesendet, danach gab es eine qualitative Untersuchung anhand einer Fokusgruppe mit fünf Lehrerinnen.

Die Studie fokussierte auf drei Schwerpunkte:

- Auswirkungen des Ausstellungsbesuches: Motivation, Nutzen, Vor- und Nachbereitung

- Beobachtungen der LehrerInnen während des Ausstellungsbesuches

- Konzept der offenen Betreuung mit Explainern

 

Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

Grundsätzlich war die Zufriedenheit der Lehrkräfte mit der Ausstellung sehr hoch. Die Attribute "lehrreich, unterhaltsam, faszinierend, inspirierend" wurden von über 90% der Lehrkräfte bestätigt, als Hauptmotivation für den Besuch nannten sie aktives Mitmachen, Interesse wecken, spielerischer Zugang und die Vielfalt der Stationen. Ihre SchülerInnen erlebten die meisten Lehrkräfte als sehr aktiv und konzentriert.

Die Interdisziplinarität der Ausstellung wurde als besonders positiv beurteilt, da eine fächerübergreifende Arbeitsweise im Schulsystem schwer durchzuführen sei. Daher sei die Ausstellung eine Gelegenheit, Schwächen des Schulsystems kurzfristig zu überbrücken.

Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag hinsichtlich der sozialen Komponente zwischen LehrerInnen und SchülerInnen, da man gemeinsam lernt und experimentiert und die klassischen Rollen für kurze Zeit aufgebrochen werden. Weiters lernen Lehrkräfte ihre SchülerInnen in einem neuen Lernsetting kennen und sehen mitunter neue Seiten von ihnen.

Auch wenn die meisten Lehrkräfte einen naturwissenschaftlichen Hintergrund aufwiesen, wurde ein Ausstellungsbesuch im Rahmen aller Unterrichtsfächer als geeignet angesehen. Ebenso wurde die Ausstellung als gleich geeignet für Buben und Mädchen befunden.

Die Lehrkräfte halten die Ausstellung prinzipiell für alle Kinder/Jugendliche durchgängig von 6 bis 18 für geeignet. Jedoch wurde die gleichzeitige Anwesenheit von Schulklassen unterschiedlicher Altersgruppen als ungünstig erachtet. Der Wunsch, Gruppen nach Alterstufe zu trennen dürfte daraus resultieren, dass es va. für ältere SchülerInnen abschreckend wirke, parallel mit wesentlich jüngeren Kindern an den Stationen zu arbeiten.

Viele Lehrkräfte waren interessiert, die Experimente aus der Ausstellung für den eigenen Unterricht zu adaptieren. Daraus lässt sich folgern, dass der Besuch von hands-on Ausstellungen nicht nur punktuell die SchülerInnen in Kontakt mit Science Center Aktivitäten bringt, sondern Lehrkräfte auch dazu motiviert, Science Center Aktivitäten vermehrt in ihren eigenen Unterricht aufzunehmen.

Die Ausstellung arbeitete mit einem offenen Betreuungskonzept, es waren Explainer anwesend, die jedoch keine klassischen Führungen durchführten. Grundsätzlich wurden sowohl dieses Konzept als auch die vor Ort anwesenden Explainer sehr positiv eingeschätzt.

Jene LehrerInnen die Skepsis gegenüber diesem Vermittlungskonzept hatten, befürchteten, zu stark mit den SchülerInnen auf sich selbst gestellt zu sein, und vom Ausstellungsbesuch nicht in vollem Umfang zu profitieren. Obwohl das Konzept der offenen Betreuung für die Lehrkräfte keine fixen, ihnen zugeordneten Aufgaben vorsieht, so werden die Lehrkräfte trotzdem als aktive TeilnehmerInnen des Ausstellungsbesuchs verstanden - ein reines "Konsumieren" des Vermittlungsangebotes ist daher sicherlich weniger leicht möglich als bei klassischen Führungen.

Das Beobachten der Explainer stellt für viele LehrerInnen eine "Minischulung" dar: Sie schauen den Explainern dabei zu, wie diese mit den Kindern arbeiten und erlangen dabei Sicherheit im Umgang mit Science Center Aktivitäten, etwa wie ein konkretes Experiment in der praktischen Umsetzung ausschaut. Daher haben viele Lehrerinnen den Wunsch geäußert, Anleitungen für die Experimente aus der Ausstellung auf die Homepage zu stellen.

Die TeilnehmerInnen der Fokusgruppe meinten, dass das Explainerkonzept für Volksschulkinder besser funktioniere als für ältere SchülerInnen. Auf Jugendliche, die sich eher zurückhalten, müsste man in diesem Lernsetting offensiver zugehen. Kritisch ist die Anzahl der gleichzeitig anwesenden Schulgruppen, da eine Überforderung der Explainer die Qualität des Ausstellungsbesuchs beinträchtige.

Im Zuge beider Forschungsphasen wurde der Wunsch geäußert, entweder die "Erlebnis Netz(werk)e" Ausstellung auszubauen und nochmals zu zeigen oder andere Themen nach einem ähnlichen Schema zu präsentieren.

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Veranstalter: ScienceCenter-Netzwerk

Stationen: Wissensnetze, Wassernetze, Netzstrukturen, Körpernetze, Kommunikationsnetze, Nervennetze, Soziale Netzwerke, Spinnennetze, Netzspiel, Molekulare Netze, Geldnetze

Stationenentwickler: Ars Electronica Center, Botanischer Garten Innsbruck, Experimentierwerkstatt, Haus der Mathematik, Haus der Natur, Haus der Wissenschaft, Jeanette Müller, Q-net, WZW, Junge Uni Innsbruck, Kindermuseum, Kindermuseum Graz, FH Joanneum, Max F. Perutz Laboratories Wien, Institut für Kreditwirtschaft, WU Wien

Bisherige Standorte: inatura Naturerlebnisschau Dornbirn, Wirtschaftskammer Gmunden (gemeinsam mit dem Technologiezentrum Salzkammergut), Haus der Natur Salzburg, Ringturm Wien (mit Vienna Insurance Group), UnterWasserReich Schrems, Revahalle Vöcklabruck, Ökopark Hartberg, Technologiepark Innsbruck, Landesmuseum Eisenstadt

Inhalt: "Erlebnis Netz(werk)e" ist eine interaktive Science Center Ausstellung. Alle Stationen sind ?hands-on? und laden zum Mitmachen und selbständigen Entdecken ein. Mit eindrucksvollen, spannenden Exhibits, Spielen und Experimenten wird Wissenschaft auf spielerische Weise unmittelbar erlebbar und begreifbar. Netze und Netzwerke stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Elf interaktive Stationen bilden die Knoten im Ausstellungsnetz und laden aus unterschiedlichen Perspektiven zur Auseinandersetzung mit Netz(werk)en ein.

BesucherInnen aller Altersstufen, insbesondere jedoch SchülerInnen, sind eingeladen, die verschiedenen Netze zu erforschen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken sowie typische Charakteristika von Netzen und Netzwerken zu erfahren.

Initiates file downloadEndbericht Begleitforschung