Wissenschaft für alle ...

Über das Netzwerk

Über das Netzwerk

Gemeinsame Impulse für das Bildungssystem

Das österreichische ScienceCenter-Netzwerk ist ein Zusammenschluss vielfältiger Organisationen und Personen. Allen gemeinsam ist ein aktives Interesse an interaktivem, hands-on Lernen über Wissenschaften und Technik mit dem Ziel, diese auf leicht zugängliche Weise, unmittelbar erlebbar und begreifbar zu machen.

 

Das Netzwerk ist keine Dachorganisation, es gibt keine Mitgliedschaft. Unser Netzwerk ist eine nicht-hierarchische, offene und lernende Organisationsform. Partnerschaft im Netzwerk definiert sich über aktives Engagement, Einbringen von Expertise und Bereitschaft zum offenen Austausch. Der gleichnamige Verein mit Sitz in Wien koordiniert das österreichweite Netzwerk aus über 160 Partnerinnen und Partnern und sorgt als Impulsgeber für stetige Entwicklung und Professionalisierung innerhalb des Netzwerks.

 

Wir wollen positive Veränderungen im österreichischen Bildungs- und Innovationssystem bewirken. Die Theorie komplexer Systeme zeigt uns, dass koordinierte, soziale Netzwerke eine systemische Wirkung entfalten können. Seit unserem ersten Treffen im Jänner 2006 vereinigt das ScienceCenter-Netzwerk daher Theorie und Praxis in einer experimentellen Herangehensweise.

Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.
(Prof. Josef Fröhlich, Netzwerk-Experte)

Kooperation durch Geben und Nehmen

Das ScienceCenter-Netzwerk pflegt einen informellen und hochwertigen fachlichen Austausch. Alle PartnerInnen bringen jeweils ihre Stärken ein und erhalten gleichzeitig Anregungen für ihre eigene Ausrichtung und ihre Aktivitäten.

 

Im Netzwerk finden PartnerInnen neue Kontakte, Rückhalt durch eine starke Community und Critical Friends. Zugleich ergeben sich Möglichkeiten für Kooperationen und gemeinsame Projekte sowie stärkere Sichtbarkeit und Verbreitung eigener Aktivitäten.

 

Netzwerkanalysen haben gezeigt, dass PartnerInnen im ScienceCenter-Netzwerk ganz besonders die Diversität, Flexibilität und den respektvollen Umgang im Netzwerk schätzen.

 

Hier einige Stimmen aus dem Netzwerk:

Weitreichende Wirkung

Vor 2005 gab es in Österreich kein explizites Science Center. Mittlerweile verwenden eine Reihe von Einrichtungen diesen Begriff. Auch „hands-on Wissenschaftsvermittlung“, „Science-Center-Aktivitäten“ oder „inquiry-based learning“ sind im Bildungsbereich zu selbstverständlichen und geschätzten Ansätzen geworden.

 

Über das ScienceCenter-Netzwerk sind zahlreiche neue Projekte und Aktivitäten für die breite Öffentlichkeit entstanden. Bei einer Erhebung im Jahr 2015 nannten unsere NetzwerkpartnerInnen insgesamt 1.300 Kooperationen, die sie untereinander eingingen und die einen Nutzen für Dritte hatten.

 

VertreterInnen der österreichischen Bildungs- und Wissenschaftslandschaft, angesehene Wirtschaftsunternehmen und Verwaltungseinrichtungen schätzen das ScienceCenter-Netzwerk als lebendige und innovative Community. Auch im internationalen Vergleich ist das ScienceCenter-Netzwerk einzigartig und gilt als Vorzeigeorganisation.

Kettenreaktionen_Brunnenpassage©Karin-Cheng

komplexes Netzwerk

Von der Theorie zur Praxis

Das ScienceCenter-Netzwerk berücksichtigt Erkenntnisse aus der Netzwerktheorie. Komplexe Systeme – wie das Bildungssystem – lassen sich nicht durch einzelne Maßnahmen steuern. Doch wenn seine Akteure zu Veränderungen angeregt werden und sie diese selbstorganisiert umsetzen, können große Effekte entstehen.

 

Angeregt werden die sogenannten Knoten in komplexen Systemen vor allem, indem sie partizipieren können – am Austausch, systematischer Reflexion, an Fortbildungen, Forschung oder Projekten. Im diversen Netzwerk machen die PartnerInnen neue Erfahrungen, die sie zu einer Re-Orientierung motivieren können.

 

Die Besonderheit einer Netzwerkstruktur liegt daran, dass

  • lose Beziehungen rasch zu starken Verbindungen aktiviert werden können,
  • es im Netzwerk hohe Vielfalt und Redundanz gibt,
  • das Netzwerk stets offen ist für neue PartnerInnen und Ideen,
  • der Verein eine koordinierende Rolle hat,
  • jedoch alle PartnerInnen autonom und selbstorganisiert agieren.
Wie steuert man ein Netzwerk?

Genau genommen geht das nicht. Ein Netzwerk ist lebendig und komplex. Dennoch übernehmen wir als Verein ScienceCenter-Netzwerk einige strategische Funktionen im Netzwerk, die für Zusammenhalt und Entwicklung ausschlaggebend sind.

 

Einerseits agiert der Verein als Kontaktstelle für PartnerInnen und Externe, sorgt für Orientierung und übernimmt organisatorische Aufgaben wie etwa Partnerverwaltung, Einladungen zu Veranstaltungen oder Public Relations.

 

Zweitens gestalten wir Lernumgebungen, um PartnerInnen zu mobilisieren. Dazu gehören Netzwerktreffen, Arbeitsgruppen, gemeinsame Netzwerkprojekte, Forschungsarbeiten und Trainings. Wir greifen dabei Themen auf, bei denen wir Potenzial sehen. Die Netzwerktheorie sieht dies als bewusste Interventionen und experimentelle Auslöser, die von PartnerInnen in ihren selbstorganisierten Prozessen und Entwicklungen aufgegriffen werden können.

 

Drittens beobachten wir die Netzwerkentwicklung, achten auf Trends in der internationalen Science Center Szene, führen Netzwerkanalysen durch und entwickeln und erproben neue Formate für Interventionen.

 

Mehr dazu im Fachartikel: The Austrian ScienceCenter-Network as an example for systemic intervention in science learning.

2013-39. Netzwerktreffen in der Steiermark-FH Campus 02

Wie untersucht man ein Netzwerk?

Die Verknüpfungen der einzelnen Akteure in einem Netzwerk sind spannend. Die Soziale Netzwerkanalyse kann sie in Form von Netzwerkvisualisierungen sichtbar machen. Jeder Punkt entspricht einem Partner im Netzwerk, je größer und zentraler, desto mehr Verbindungen zu anderen PartnerInnen bestehen.

 

Für die regelmäßigen Netzwerkanalysen des ScienceCenter-Netzwerks entwickelten wir im Verein ein spezielles hands-on Fragetool mit hoher Rücklaufquote, mit dem PartnerInnen angaben, mit welchen anderen PartnerInnen im Netzwerk sie in loser Verbindung stehen und mit wem sie intensiver kooperieren.

 

Die Befragung der 161 NetzwerkpartnerInnen im Jahr 2014/15 ergab insgesamt rund 3.000 Kontakte, davon 1.300 als Kooperationen mit Nutzen für Dritte (z.B. gemeinsame Ausstellungen, Forschung, Aufträge, u.v.m.). Die Visualisierung zeigt eine dichte Struktur mit durchschnittlich 20 Verbindungen pro Partner. Eindeutig zeigt sich, dass PartnerInnen, die bei Netzwerk-Angeboten partizipieren, zentraler positioniert sind – das Netzwerk also Wirkung zeigt.

 

Hier können Sie die Ergebnisse der Netzwerkanalyse interaktiv kennenlernen:

https://www.science-center-net.at/netzwerk_verbindungen/